Sammeln, Trocknen und Lagern

Heilkräuter sammeln

Das Wichtigste ist, dass ausschließlich nur die Kräuter gesammelt werden, die man auch wirklich ganz genau kennt! Wenn man  unsicher ist, dann die Pflanze lieber stehen lassen oder einen Experten fragen. Im eigenen Garten wissen Sie normalerweise, welche Heilpflanzen Sie angebaut haben. Doch in einem Wildgarten kann man häufig auch wild wachsende Pflanzen finden, die sich dort von selber angesiedelt haben. In diesem Fall gilt wie in der freien Natur, dass man die Pflanzen eindeutig identifizieren können muss, bevor man sie erntet.

Ausserdem ist es wichtig, dass keine Pflanzen gesammelt werden, die verschmutzt oder beschädigt sind. Heilkräuter, die beschädigt worden sind, z.B. abgeknickt, haben einen Teil ihrer Kraft verloren, da Wirkstoffe durch die Wunde in Form von Saft ausgetreten und somit verloren sind. Verzichten sollte man zudem feuchte Pflanzen zu sammeln, da diese leicht verderben können. Daher ist es am besten sich bei gutem Wetter auf die Suche begeben. Heilkräuter waschen sollte vermieden werden, da sie hierdurch ihre Wirkstoffe verlieren können und leichter und schneller faulen.

Das ganze Kraut wird meistens etwa handbreit über dem Boden mit einer Schere oder einem Messer abgeschnitten. Wurzeln werden ausgegraben. Am besten lässt man einen Teil der Wurzel im Boden, damit sich daraus wieder eine neue Pflanze entwickeln kann. Rinden werden nur von einem kleinen Teil eines kräftigen Baumes entfernt und niemals vollständig rundherum. Außerdem ist es sehr wichtig, dass man die Erlaubnis dazu hat, denn Rinden-Ernte stellt eine Beschädigung des betroffenen Baumes dar.

 

Wahl des richtigen Platzes

Um Heilpflanzen in der Natur sammeln zu können, muss man zunächst eine Stelle finden, an der sie reichlich vorkommen. Kleine Bestände lässt man besser in Ruhe, denn sonst fehlen sie künftig an dieser Stelle.

Nimm zu dem nur so viel, wie du auch wirklich benötigst, da man Kräuter höchstens 2 Jahre aufbewahren sollte und versuche so wenig wie möglich unnötig zu zerstören. Behandle die Heilpflanzen respektvoll und lasse ein kleines Geschenk für die Geister der Kräuter und für die Tiere der Gegend zurück. Geschützte Pflanzen sind natürlich tabu, kaufe, wenn du sie unbedingt benötigst, lieber diese Pflanzen in einem Kräuterladen, der sie anbaut.

Außer einem reichlichen Vorkommen der gewünschten Pflanzen muss man noch mehrere Faktoren beachten. Das dient einerseits dazu, dass die Natur geschützt wird und andererseits dazu, dass Sie nur saubere Pflanzen ohne Pestizide ernten.

Nicht an Straßen, Mülldeponien, Kraftwerken, Autobahnen, Bahndämmen und nicht neben Feldern. Eigentum beachten, nicht in Naturschutzgebieten, geschützte Pflanzen in Ruhe lassen (z.B. Mistel). Nur in der freien Natur und nur gesunde Pflanzen sammeln.

Zu beachten ist auch die Verbreitung des Fuchsbandwurms in einigen Teilen Deutschlands. Hierbei sollte man bei Gebüschen eine Mindesthöhe fürs sammeln beachten, die etwa der Höhe eines Fuchses oder Hundes beträgt.

 

Heilkräuter trocknen

Der Prozess der Trocknung der Heilkräuter muss so schnell wie möglich begonnen werden. Der Raum sollte möglichst luftig, jedoch nicht feucht sein. Außerdem sollte die Temperatur in diesem Raum möglichst konstant sein. Die sicherste Form die Heilkräuter zu trocknen, ist die Luft Trocknung. Gute Plätze zum Trocknen sind beispielsweise Dachböden oder gut gelüftete Zimmer.

Die Kräuter werden vor dem trocknen nicht gewaschen, da sie hierdurch viele ihrer Wirkstoffe verlieren. Am besten kopfüber in Bündeln und nach Art getrennt an der Decke oder einer Stange aufhängen. Eine andere Möglichkeit ist, diese flach ausgebreitet auf eine geeignete Unterlage zu legen, um sie dort zu trocknen. Damit man die Kräuter später noch unterscheiden kann, ist eine Kennzeichnung der Kräuter von Vorteil.

Die Dauer des Trockenvorganges unterscheidet sich von Pflanze zu Pflanze. Die Kräuter sollten jedoch mindestens 1-2 Wochen trocknen. Man erkennst den Zeitpunkt, an welchem der Trockenprozess abgeschlossen ist daran, dass die Pflanzen nicht nur trocken, sondern auch dürr und brüchig geworden sind. Die Kräuter sollten nach dem Trocknen nicht braun oder grau geworden sein, sondern ihren ursprünglichen Farbton ( natürlich etwas matter ) beibehalten haben. Sollten sich die Kräuter verfärbt haben, solltest man diese nicht verwenden, da der Trocknungsprozess wahrscheinlich schief gelaufen ist.

Hast man Knollen und Wurzeln gesammelt, dann wäscht man diese vor dem trocknen sorgfältig ab, um sie vom Erde und Steinchen zu befreien. Anschließend zerschneidest man die Wurzeln in dünne Scheiben. Durch ein Loch, welches in die Wurzelscheiben gebohrt wird, kann man nun eine Schnur ziehen und zum trocknen aufhängen. Kleine Teile wie Blüten, Blätter oder Samen kann man auf einem Gestell mit Fliegengitter oder in einer offenen Pappkiste ausbreiten.

 

Heilkräuter lagern

Die vollkommen trockenen Kräuter, Blüten und Wurzeln lagert man am besten in möglichst luftdichten Gläsern, die vor Sonneneinstrahlung geschützt werden sollten, da die Sonnenstrahlen den Kräutern ihre Wirkstoffe entziehen. Besonders gut zum Aufbewahren der Heilkräuter eignen sich Einmachgläser.

Man sollte die Gläser beschriften, um die Heilpflanzen im getrockneten Zustand voneinander unterscheiden zu können. Das Datum der Sammlung sollte ebenfalls auf dem Etikett vermerkt sein, damit man genau nachvollziehen kann, wie alt die Pflanzen sind. Die Heilpflanzen sollten jedes Jahr, spätestens alle 2 Jahre ausgetauscht werden. Merke, das besonders aromatische Kräuter schneller ihre Wirkung verlieren als weniger aromatische. Vermische beim Austauschen der Kräuter nie alte mit neuen Pflanzen, sondern entsorge die alten.

Kontrolliere regelmäßig die Kräuter, ob diese eventuell verschimmelt und unbrauchbar geworden sind, damit wenn man sie benötigt, kein böses erwachen gibt. Spätestens wenn die Kräuter die Farbe verändern und sich braun gräulich verfärben, wird es Zeit sie zu entfernen.

Bienen- Gift

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Die Erfahrungsheilkunde mit Bienengift ( “Apitherapie”), umfasst positive Beeinflussung von Bluthochdruck, Cholesterinspiegel, entzündlichen Prozessen (auch Rheuma) und noch viele andere Beschwerden. Im Bienengift liegt ein hohes Potential, was zumindest die Homöopathen schon lange in potenzierter Form nutzen.

Pflanzen- Inhaltsstoffe

Jede Pflanze besteht ja aus verschiedenen Stoffen, die ihr Struktur geben. Diese Strukturen werden entweder durch weiche Substanzen gebildet – wie z.B. Kohlenhydrate, Eiweiß und Fett – oder durch holzartige Substanzen – beispielsweise Lignine oder auch Zellulose. Daneben kommen verschiedene Stoffe vor, wie z.B. Mineralstoffe, Vitamine, Säuren, die man im Zellsaft finden kann.

Und dann gibt es noch die für jede einzelne Pflanzenart besonderen Stoffe, wie ätherische Öle, Alkaloide, Glykoside, Schleimstoffe usw.

Man hat im Laufe der Zeit versucht, die einzelnen Inhaltsstoffe chemisch voneinander zu isolieren und sie danach zu definieren.

Bei all diesen wissenschaftlichen Versuchen, die Wirkung einer Pflanze an einem bestimmten Wirkstoff „aufzuhängen“, kommen wir doch nicht daran vorbei, dass eine Pflanze nun einmal ein Ganzes ist. Und mit diesem ganzheitlichen Ansatz lässt sich auch erklären, warum z.B. ein bestimmter Heiltee seine Wirkung zeigt oder eine Tinktur besonders hilfreich ist.

In jeder Heilpflanze sind Wirkstoffe und sogenannte indifferente Stoffe (= Stoffe ohne besondere, spezielle Wirksamkeit) gemeinsam vorhanden. Diese indifferenten Stoffe verhelfen unserem Organismus dazu, die wichtigen Wirkstoffe der Pflanze schneller oder auch langsamer aufnehmen zu können. Wenn man beispielsweise den Hauptwirkstoff einer Pflanze isoliert, so wirkt er meist anders, als die Pflanze in ihrer Ganzheit im Körper wirksam wird. Lediglich durch das Zusammenspiel aller in der Pflanze vorhandenen Substanzen erhält die jeweilige Heilpflanze ihre spezielle Wirkung!

Der Wirkstoffgehalt einer Pflanze ist niemals gleich. Schwankungen ergeben sich bedingt durch den Standort, das Klima, die Erntezeit, die Trocknung und die Lagerung (daher sollte man versuchen, wenn möglich den richtigen Erntezeitpunkt einzuhalten und bei der Trocknung und Lagerung besonders sorgfältig zugange zu sein). Nur dann kann man sicher sein, dass die getrockneten Pflanzen auch später noch ihre Wirkung entfalten können.

Letztlich ist die Zusammensetzung der Pflanzen durch eine Anzahl verschiedener Stoffe geprägt – zum Teil bilden sie die festen Teile des Pflanzenkörpers aus, zum Teil bilden sie Aufbaustoffe und Säfte. Und in allen Zellteilen können sich dann noch die spezifischen Sekundären Pflanzeninhaltsstoffe finden, die für die spezielle Wirkung einer Pflanze maßgeblich sind.

Pflanzen bestehen also aus mehreren primären und sekundären Anteilen – ganz und gar unterschiedlich und vielfältig, so wie eben auch die ganze Pflanzenwelt bunt und unterschiedlich ist.

Auch Pflanzen haben einen Stoffwechsel bei dem aus zuerst einmal aus Kohlendioxid und Wasser in der Folge verschiedene Kohlenstoffverbindungen hervorgehen. Das macht die Photosynthese möglich.

Die Stoffwechselprodukte der Pflanze werden dann eben in primäre und sekundäre Inhaltsstoffe grob eingeteilt.

Primäre Pflanzeninhaltsstoffe teilt man in drei große Gruppen ein:

  • Kohlenhydrate
  • Fette und Öle
  • Aminosäuren und Proteine

Nun, auch eine Pflanze braucht Nahrungsstoffe und Schutz. Aber was macht sie damit?

Kohlenhydrate (man nennt sie auch Saccharide):

Die Einteilung der Kohlenhydrate erfolgt in mehrere Gruppen, nämlich in Monosaccharide (Einfachzucker), Zwei- und Mehrfachzucker und Polysaccharide.

  • Monosaccharide
    Sie sind gut in Wasser löslich. Zu den Einfachzuckern gehören beispielsweise: Glucose, Fructose und Xylose.

Glucose (auch Traubenzucker) wird meist aus Stärke hergestellt.

Fructose (also Fruchtzucker) findet sich in Früchten. Wirkt sich positiv auf den Blutzuckerspiegel aus.

Xylose ist ein Holzzucker.

  • Zweifachzucker
    Hier finden wir die Maltose (Malzzucker), Lactose (Milchzucker) und die Saccharose (Rohr- und Rübenzucker). Bei diesen Zuckern nimmt die Wasserlöslichkeit ab.
  • Dreifachzucker
    Zu den Dreifachzuckern zählt man das Pektin. Pektin reagiert nur mehr schwach mit Wasser, es kann aber noch Wasser aufnehmen und geliert dann. Das bedeutet, dass Pektine in einer wässrigen Lösung vom zäher Zustand in den gallertartiger Zustand übergehen. Sie können so beispielsweise auch zu einer Verkürzung der Blutgerinnungszeit beitragen. Für die Zellen in der Frucht ist Pektin Schutz, es ist sozusagen der „Mörtel“ zwischen den Pflanzenzellen. Dadurch wird die Pflanze fest, alle Zellen sind verbunden. Bei der Reife wird das Pektin aufgelöst und die Frucht wird schmelzend saftig. Bei der Marmeladenherstellung werden die Pflanzenzellen zerbrochen und durch Pektin wieder zusammengefügt. Die Zellen werden sozusagen zugeschleimt und wieder „streichfähig“ gemacht. Pektin bindet im Körper auch Flüssigkeit und entzieht dem Darm Wasser. Kann Hilfe gegen Durchfall sein.
  • Mehrfachzucker (Polysaccharide)
    Werden in der Phytotherapie als besonders wertvoll erachtet werden, wie beispielsweise das Inulin, das sich im Alant, in Topinambur und auch in der Dahlie befindet. Es kann allerdings extreme Blähungen hervorrufen.
    Ein weiterer Mehrfachzucker ist Stärke, die man in Hülsenfrüchten, Erdäpfeln und in Getreide (beispielsweise Mais) findet.
    Dextrin als Abbauprodukt der Stärke und Zellulose als eine Gerüstsubstanz der Pflanzen gehören hier ebenfalls dazu.