Sebastian Kneipp

 

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Die Erkenntnisse des Pfarrers Kneipp erleben zur Zeit eine Renaissance. Sie sind leicht in den Alltag integrierbar und verbinden Körper und Geist.

Die fünf Säulen für ein gesundes Leben nach Pfarrer Kneipp:

  • Wasser
  • Ernährung
  • Heilpflanzen
  • Bewegung
  • Lebensführung.

 

WASSER

Temperaturreize, die Wasseranwendungen auf die Haut ausüben, vermitteln starke positive Einflüsse auf die Abwehrkräfte, auf das Herz- und Kreislaufsystem und auf das Nervensystem.

 

Waschungen

Morgens kühles Wasser z.B. mit dem Waschlappen auf dem Oberkörper verteilen. Beginnen soll man dabei herzfern, also an den Fingerspitzen, und sich dann zum Herzen vorarbeiten.

Zur besseren Entspannung vor dem Schlafengehen verhilft eine Unterkörperwaschung, von den Zehenspitzen bis zum Bauch.

 

Bäder

Ein warmes Vollbad ist ein Genuss für Körper und Seele, jedoch sollte es nicht länger als 20 Minuten dauern. Alternativ dazu können auch Teilbäder angewendet werden.

Wechselbäder stärken die Abwehrkräfte und halten fit.

Dabei sollte man 5 Minuten im warmen Wasser verweilen, 15 Sekunden in kaltes Wasser wechseln. Dies führt man insgesamt dreimal durch.

Kneippsche Fußbäder können im Winter vor Erkältungen schützen und helfen zusätzlich gegen kalte Beine und Füße. Dafür 15 Minuten ein warmes Fußbad nehmen und danach die Beine kalt abduschen. Entsprechende Pflanzenzusätze können Genuss und Wirkung steigern.

 

Güsse

Wie bei Waschungen werden Güsse grundsätzlich herzfern begonnen und enden herznah.

Güsse am Oberkörper sind erfrischend und belebend, am Unterkörper sind sie entspannend.

 

Wickel

Wickeln sind altbewährte Mittel gegen unterschiedliche Beschwerden. Sie können heiß und kalt sein und mit Zusätzen wie Lehm, Quark oder Essig angewandt werden.

Quarkwickel sind z. B. hilfreich bei Stauchungen, Zerrungen oder Gelenkentzündung.

Gegen Entzündungen helfen kühle Packungen.

Mit heißen Wickeln kann man gegen Muskelverspannungen oder Verkrampfungen des Magen-Darm-Traktes vorgehen.

Wickel werden mit Wasser oder der entsprechenden Zutat getränkt und um die entsprechende Stelle durch ein Handtuch oder eine Decke gewickelt und isoliert. 20 Minuten reichen vollkommen aus. Danach sollte man ruhen.

 

Sauna

Der Heiß-Kalt-Wechsel ist der Kernbestandteil des Saunierens.

Die Temperaturunterschiede sind Hochleistungstraining für die Gefäße.

Die Wärme erweitert neben den Blutgefäßen auch die Bronchien, das Schwitzen entschlackt.

Wichtig nach jedem Saunagang ist die gründliche und ausgiebige Abkühlung in Form eines Vollgusses.

Nach dem Saunen das Trinken nicht vergessen, da wir bis zu 1 Liter Wasser oder mehr ausschwitzen können.

 

Trinken

Wasser ist und bleibt das Lebensmittel Nr. 1. Eine tägliche Wasseraufnahme von zwei bis drei Litern gilt als absolut empfehlenswert.

 

ERNÄHRUNG

Ein seltsames Phänomen unserer Zeit ist, dass wir zwar viel über unsere Gesundheit und Ernährung wissen, aber oft total andere Essgewohnheiten haben, als dass sie gesund wären.

Pfarrer Kneipp machte sich natürlich auch über die Ernährung seine Gedanken. Was dabei herauskam, hat jedoch nichts mit Diät zu tun, sondern was wir essen und auch wie wir essen sollten.

Die Ernährung sollte gesund und ausgewogen sein, und mit Zeit, also nicht nebenher oder gar im Laufen, zu sich genommen werden. Man sollte sich schon Zeit nehmen beim Essen und es genießen.

Die meisten Dinge, die Kneipp vorschlägt, sind noch heute populär in modernen Diäten:

  • Vollwertkost,
  • Brot aus Vollkorn,
  • pflanzliche Produkte, nichts Künstliches,
  • wenig Salz und Süßigkeiten,
  • frische Kost

und vor allem: alles in Maßen, keine Völlerei.

Der Körper sollte zudem ständig mit Nahrung versorgt werden, das heißt lieber viele kleine Mahlzeiten, anstatt eine oder zwei große Mahlzeiten pro Tag.

Zudem sollte man vor dem Zubettgehen am besten gar nichts mehr essen, dann ist ein guter Schlaf möglich.

Auch ein Glas Wein ist gestattet, allerdings sollte man bevorzugt Wasser trinken.

Wer sich an diese Regeln hält und seine Ernährung abwechslungsreich gestaltet, der ernährt sich gesund.

 

HEILKRÄUTER

Pfarrer Kneipp hat im 19. Jahrhundert das Wissen, das schon Hippokrates hatte und nach dem die berühmten Benediktinischen Kräutergärten entstanden sind, wieder studiert und zusammen mit neuen Erkenntnissen medizinisch hoffähig gemacht. Heutzutage ist das Wissen von Pfarrer Kneipp voll im Trend.

 

Für den Hausgebrauch

Für jede Krankheit ist mindestens ein Kraut gewachsen.

Zur Entwässerung des Körpers helfen Brennnessel oder Birkenblätter.

Bei Völlegefühl wirken Wacholder und Rosmarin Wunder. Hier empfiehlt Kneipp besonders der Rosmarinwein: 1 Liter Rotwein und 20 g getrockneten oder frischen Rosmarin vermischen, 4 Tage ziehen lassen und absieben. Zudem wirkt Rosmarin auch entkrampfend auf Magen und Darm.

In Bädern wirkt es anregend, Melisse dagegen entspannend, Baldrian geradezu einschläfernd.

Kamille wirkt bei fast allen Beschwerden: Sie ist beruhigend für den Magen, lindert Hautleiden, und ist entzündungshemmend in den Atemwegen.

Arnika wirkt super bei Sportverletzungen, aber auch bei Spannungsgefühl und bei Blutergüssen, da es abschwellend und heilend, aber auch durchblutungsfördernd wirkt.

Bei Erkältungen helfen Spitzwegerich und Thymian, bei Fieber Holunder und Lindenblüten.

Für die Atemwege ist Eukalyptus gut.

 

BEWEGUNG

Nach Pfarrer Kneipp werden alle Arten von Bewegung in ein Konzept integriert. Hauptsache man tut es regelmäßig und mit Freude.

Sanfte Bewegung ist ideal zur Krankheitsvorbeugung und bei Problemen mit der Bandscheibe, Wirbelsäule und den Gelenken. Zusätzlich macht Sport schlank, straff und hält gelenkig.

Idealerweise sollte man nach Kneipp dreimal pro Woche den Körper beanspruchen und wenigstens einmal am Tag schwitzen. Allerdings sollte man wirklich mit Spaß an die Sache herangehen, damit die Motivation bestehen bleibt.

 

LEBENSGESTALTUNG

Pfarrer Kneipp machte sich auch Gedanken über eine sinnvolle Lebensgestaltung. Er legte einige einfache Grundregeln fest:

  • auf seinen Körper hören und reagierenauf das, was er verlangt
  • für ein ausgeglichenes Maß von Ruhe und Aktivität sorgen
  • lernen abzuschalten
  • sich die Zeit nehmen, eigene Grenzen kennenzulernen und die eigene Einstellung zu prüfen.

 

 

 

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