Heilkräuter …

Wer also selbst sammelt, sollte Folgendes beachten:

  • klärt ab, wann eure Wurzel am heilkräftigsten ist (beim Löwenzahn gibt’s da schon einen deutlichen Unterschied zwischen Herbst- und Frühjahrswurzel).

  • In der Regel werden Wurzeln bei feuchter Erde (logisch – buddel mal aus knarztrockener) und bei abnehmendem Mond geerntet. Wer es hexenperfekt machen will, erntet vor Sonnenaufgang. Im Winter noch recht leicht machbar…

  • Wer mit einem Spaten erntet, sticht meist etwas von der Wurzel ab, so dass die Pflanze nachwachsen kann. Der typische Unkrautstecher macht die Ernte ertragreicher und es gibt dickere Wurzeln, aber meist entfernen wir die Pflanze gänzlich vom Standort. Das sollte man nur tun, wenn dort genug Exemplare stehen. Knoblauchsraukenwurzel, die zur Zeit noch das herrliche Meerretticharoma hat, lässt sich so leicht ernten.

  • Wenn ihr die Wurzeln aufheben wollt, müssen die gut durchgetrocknet werden. Am Besten Ofen oder Heizung mit zur Hilfe nehmen und bei 40 – 60 Grad trocknen. Die Wurzeln sollten beim Brechen knacken.

  • Wer gleich Tinkturen oder Öle ansetzen will, sollte die Wurzeln auch leicht antrocknen lassen, damit der Wassergehalt (vor allem beim Ölansatz) etwas sinkt.

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Wurz ist nicht immer gleich Wurzel…

Ihr findet sicherlich in so manchem Kräuterbuch auch Kräutlein, die auf „wurz“ enden. Damit ist nicht immer eine Wurzel gemeint, jedenfalls nicht die pflanzeneigene. Die Volksheilkunde will damit meist ausdrücken, dass die Pflanze direkt an die „Wurzel des Übels“ geht. Schön oder? Eine ursachenorientierte und nicht symptomorientierte Heilweise…

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Wer, was, wo?

Ich glaube, das sind drei von fünf journalistischen Grundsätzen, die bei Artikeln beachtet werden. Aber auch beim Kräutersammeln ist das wichtig. Daher diese kleine Übersicht:

Wurzel

Standort

Wirkung

Angelika

Auen, Feuchtgebiete, Wälder

Verdauungssystem

Baldrian

Bäche, Seen

 Nerven

Brennnessel

Äcker, Ödland, Wegränder

 Prostata

Beinwell

Bäche, Seen, Sümpfe

 Gewebe

Bibernelle

Magerwiesen

 Entzündungen, Husten

Blutwurz

Magerwiesen

 Entzündungen, Infektionen

Kalmus

Bäche, Seen

 Verdauungssystem

Löwenzahn

Fettwiesen

 Verdauungssystem (Nieren, Galle)

Meerrettich

Ödland, Schuttplätze, Gärten

 Entzündungen, Infekte

Möhre

Gärten

 Arteriosklerose, Entzündungen, Würmer

Petersilie

Gärten

 Steinleiden, Bluthochdruck

Quecke

Äcker, Ödland

 Fusspilz, Hauterkrankungen, Haarwuchs

Topinambur

Gärten, auch Waldlichtungen

 Blutarmut, Diabetes, Übergewicht

Angelika (Angelica archangelica)

In Skandiavien war die Angelika aus der Volksmedizin nicht wegzudenken. Wobei wir auch gleich bei einem Phänomen sind: Es gibt Forschungen zu dieser Pflanze, die belegen, dass nördlich geerntete Sorten scheinbar recht potent gegen Krebszellen sind (es wurden ätherische Öle getestet – wer mehr wissen will, schaut hier: http://blog.aromapraxis.de/2010/01/13/atherische-ole-gegen-tumore/ ),

während die in südlicheren Regionen wachsenden Exemplare andere Eigenschaften aufweisen.

Die getrocknete Wurzel wurde auch als Amulett gegen Hexerei getragen. Auch wenn heute viele nicht mehr an so etwas glauben: Wurzeln um den Hals sind durchaus auch eine Heilmethode (Siehe weiter unten beim Meerrettich).

Die Angelika hat sicherlich noch mehr positive Wirkungen, als nur auf den Vertrauungstrakt allein. Wer sich mit ihr einmal näher befassen möchte, kann z. B. die Samen räuchern. Trotz des großen Engagements einzelner Wissenschaftler (wie oben in dem Link), wird es sicher noch einige Zeit brauchen, bis sich die Erkenntnisse über unseren pflanzlichen Erzengel gegen den derzeitigen offiziellen Stand der medizinischen Empfehlungen durchgesetzt haben.

Das ätherische Öl (Samen und auch Wurzel), oder auch die Räucherungen werden als Schutz und gegen Ängste eingesetzt.

Baldrian

Auch eine Wurzel, die gern um den Hals getragen wurde. Dabei hatte man allerdings oft mehr die Anziehung des männlichen Geschlechts, als den Schutz im Hinterköpfchen. Ich kanns mir ob des Geruches nicht so recht vorstellen, aber andererseits, wenn ich an die edlen, heute teilweise nicht mehr erhältlichen, Zutaten der Parfümerien denke… Da wurden Ausscheidungen aller Art verarbeitet.

Der Baldrian beruhigt, macht aber nicht schläfrig. Daher eignet er sich hervorragend gegen Prüfungsängste.

Optimaler Weise ernten wir die Wurzel im Frühherbst, vornehmlich von älteren Pflanzen um einer hohen Wirkstoffdichte gewiss zu sein.

Für die Kopfarbeiter unter euch: Die Inhaltsstoffe der Wurzel wirken positiv auf den Neurotransmitter GABA. Ein Mangel dieses Stöffchens lässt Stress, Angst und Nervosität wachsen. Der Baldrian verringert den GABA-Abbau und lässt uns damit Erregung und Angst besser kontrollieren.

Für Herzarbeiter und Hexchen: Die Wirkstoffe der Wurzel drängen die Beta-(Hirn-)wellen zurück. Wir kommen in die langsam schwingenden Delta- und Theta-Wellen. Das sind Hirnfrequenzbereiche die wir in entspannten Zuständen (Meditation, Schlaf) erreichen. Diese Frequenzbereiche werden von echten Hexen und echten Mentalisten (ich meine jetzt nicht diese Fernsehshow-Artisten, sondern Menschen, die ihren Geist trainieren um mehr im Leben zu erreichen) angestrebt und klassisch durch Meditation oder Ritual erlangt. Auf dieser Ebene lassen sich Dinge verwirklichen.

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Anwendungen:

1 El Baldrianwurzeln mit 1 Tasse kochendem Wasser übergießen, 10 Min. abgedeckt ziehen lassen. 2 bis 3 Tassen pro Tag in schweren Zeiten, oder nach Bedarf eine Tasse vor dem „aufregenden“ Ereignis.

Für guten Schlaf gebt ihr 2 El der Wurzel ins eingelaufene Badewasser und badet maximal 10 Minuten. Hier dominiert (anders als beim Tee) die einschlaffördernde Wirkung der ätherischen Öle.

Der Baldrian wurde früher hauptsächlich bei Magenbeschwerden angewendet. Erst in neuerer Zeit hat man die beruhigende Wirkung entdeckt, die man bis heute im Detail noch nicht genau erklären kann. Er gehört somit zu den wenigen Pflanzen die trotz nicht vorhandener Beweisstudie als Heilmittel anerkannt sind.

Mehr über den Baldrian und vor allem über die leckeren Blüten hab ich hier geschrieben:

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Der Beinwell

Mit „Bein“ ist in diesem Fall „Knochen“ gemeint. Bein war und ist ein deutscher Begriff dafür (Wadenbein, Schienbein, Mondbein… Falzbein).

Und das „well“ haben wir nicht aus dem Englischen geklaut und „gut“ damit gemeint, es ist eher im Begriff von „wallen“ – zusammenwachsen – zu sehen. Der lateinische Name „Symphytum“ bestätigt das noch einmal. Er kommt aus dem griechischen „symphyo“ (ich lasse zusammenwachsen).

Das Wunder-Gewebe-Wuchsmittel im Beinwell ist Allantoin. Das hat soviel Kraft, das wir bei tiefen Wunden eher vorsichtig sein müssen, sonst sind sie oben schon zugewachsen, bevor sie von unten nachkommen.

Die Heilkraft beschränkt sich nämlich nicht nur auf unsere „festen“ Bestandteile. Auch in Cremes (Schuppenflechte) macht sich der Beinwell wunderbar. Seine Schleimstoffe kühlen, beruhigen Entzündungen (z. B. auch im Darm) und heilen Schleimhäute, machen die Verarbeitung aber ein bisschen schwierig, vor allem, wenn man einen Ölauszug machen möchte.

Weder innerliche noch äußerliche Anwendungen von Beinwell bergen das Risiko von Nebenwirkungen, auch wenn sie über längere Zeit durchgeführt werden. Die Krebswarnungen einiger Ärzte und Chemiker entbehren einer wissenschaftlichen Grundlage.“

Wer den Beinwell verwenden möchte, aber doch wegen der Alkaloide verunsichert ist, kann in der Apotheke pa-freie Salben kaufen (Kytta). Persönlich halte ich mehr von der Urform.

 

 

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