Frau Holle Teich auf den hohen Meißner

Den Sagen nach ist der Frau-Holle-Teich unendlich tief und Eingang zum Reich der Frau Holle. Hier soll sich ein silbernes Schloss mit Garten und vielen Blumen sowie Obst und Gemüse befinden, die sie freigiebig vor allem an Frauen und Mädchen verschenkt. Nach einer Sage hat ein Bergmann versucht, die Tiefe des „Hollenteichs“ zu messen. Das hierzu verwendete Senkblei soll den Grund nach 65 Lachtern (entsprechen ca. 104 m bis 156 m) noch nicht erreicht haben. Ferner wird in den Sagen erzählt, dass sich Frau Holle mittags als junge schöne Frau in der Mitte des Teichs badend zeigt. Sie soll ab und zu Reisende oder Jäger verführt oder mit ihnen Schabernack getrieben haben. Auch galt lange der Glaube, dass aus dem „Hollenteich“ die kleinen Kinder kommen und die Seelen der Verstorbenen in seine Tiefen zurückgeführt werden. Damit hängt offenbar der Brauch zusammen, dass junge Frauen in diesem Teich badeten, wenn sie fruchtbar werden wollten. „Sonntagskinder“, so sagt der Volksmund, können dort ab und zu ein helles Glockengeläut hören. Womöglich entstand diese Sage durch die Anwesenheit der auch Glockenfrosch genannten Geburtshelferkröte. Weil der Frau-Holle-Teich den Sagen nach als unendlich tief gilt und er weit und breit das höchste stehende Gewässer ist, kommen die „Wasser der Tiefe“ an dieser Stelle dem Himmel so nah wie an keiner anderen Stelle in Nordhessen. Frau Holle soll nach den zahlreichen Sagen sowohl unter Wasser als auch über den Wolken wirken. Diese Verbindung von Himmel und Erde kann nach Ansicht der Germanistin Erika Timm erklären, warum sich ausgerechnet hier Sagen und Mythen über ein weibliches Numen häufen.
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Der Frau-Holle-Teich (früher auch Hollenteich genannt) ist ein kleines, natürliches und sagenumwobenes Stillgewässer auf dem im nordhessischen Werra-Meißner-Kreis gelegenen Hohen Meißner. Im Umkreis von etwa 50 km ist er das am höchsten gelegene stehende Gewässer.

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