Matronenheiligtum von Pesch

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Baumheiligtum, Brunnen, Heidentempel

Der Platz heißt noch immer “Zum Heidentempel”! Eine Sage berichtet, daß in der Tiefe des Brunnens in der Christnacht um 12 Uhr ein Glöcklein läutet. (Handelt es sich dabei etwa um Erinnerungen an die Feste, die dort in der “Mutternacht” gefeiert wurden?)

Die Matronae, keltisch-germanische Muttergöttinnen, die die Fruchtbarkeit des Bodens, der Herde und des Menschen segneten, wurden in Pesch verehrt. Möglicherweise eine Entwicklung aus dem uralten, aus der Verehrung von heiligen Ziegen entstandenen Mütterkults der Kölner Bucht.

Die Baumdarstellungen auf den Matronensteinen geben Hinweise auf die besondere kultische Verehrung des Baumes, auf eine ältere Form des Matronenkultes, in der die Gottheiten der Bäume, in heiligen Hainen verehrt wurden. Ursprünglich war ein offener, mit einem Zaun umfriedeter Bereich der Mittelpunkt der Anlage; in seinem Zentrum wird eine Eiche vermutet.

Im 1. Jhdt. wurde in Pesch eine Tempelanlage mit Unterkünften für Priester/innen und Pilger errichtet. Zu dieser Zeit umgab den offenen Festplatz ein langer überdeckter Wandelgang, auf dem Prozessionen und rituelle Versammlungen stattfanden. Auch die kleinasiatische “Große Göttermutter” Kybele wurde später hier verehrt, bis das Heiligtum im 5. Jhdt. zerstört wurde.

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