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Pfaueninsel

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Am Rande der Großstadt – auf den Seen von Havel und Spree – liegen Berlins Inselparadiese, Eilande mit Geheimnissen. Auf der Pfaueninsel etwa gibt es das mysteriöse Labor eines Alchimisten und unterirdische Gänge zum Schloss. Die Bekanntschaft mit einem echten Inselbesitzer gibt es auf Valentinswerder. Im Barockschloss auf der Köpenicker Schlossinsel sind die Schätze des Kunstgewerbemuseums zu bewundern. Der Film geht auf Entdeckungsreise und erzählt Geschichte in schönen Bildern von Architektur und Landschaft. Im Südwesten der Stadt gelegen, liegt diese Insel versteckt und unauffällig gelegen am Düppeler Forst. Erreichbar nur mit einer Fähre, das Übersetzen von Autos ist nur den Bewohnern erlaubt. Auf der Insel begegnen dem Spaziergänger freilebende Pfauen zwischen den hunderte Jahre alten Gebäuden. Die Insel wurde Februar 1924 zum Naturschutzgebiet erklärt und erst 1990 zum UNESCO-Weltkulturerbe.

Die Spuren auf der Pfaueninsel führen in die Zeit 2000 v. d. Z. zurück. Im Mai 1837 wurde 10 Armringe und 2 Spiralbänder (zum Binden der Haare) gefunden, die auf diese Zeit deuten. Die Fundstücke der Germanen sind heute im Museum für Völkerkunde zu finden. Ebenso wurde eine Urne gefunden.

Neben Tonscherben fanden sich auch Spuren einer wendischen Siedlung im Bereich der ehemaligen Glashütte Johann Kunckels. Wann die Insel den Namen Pfauenwerder (auch Pauenwerder) erhalten hat, kann nicht mehr eindeutig nachgewiesen werden. Jedenfalls wird sie aber zur Zeit des Großen Kurfürsten bereits so genannt (bevor die Pfauen auf der Insel ausgesetzt wurden), später wird sie auch, wenigstens im Volksmund, eine Zeit lang als Kanichenwerder bezeichnet, was auf die dortige Kaninchenzucht zurückzuführen ist.

1683 lässt der Große Kurfürst auf dem Pauwerder eine Kaninchengehege aufbauen, was ihm eine jährliche Einnahme von 200 Talern brachte. Dieses Gehege stand etwa am selben Orte des später errichteten Schloßes.

Von 1685 bis 1689 experimentierte der Alchemist Johann Kunckel auf der Insel in einem Laboratorium. Da das Betreten der Insel zu dieser Zeit bei Strafe verboten war, und die Angestellten Kunckels durften die Insel nicht verlassen. Es hieß, daß dort „schwarze Magie“, „Hexerei“ und „Zauberei“ betrieben würde. In Potsdam erzählte man sich, daß dort Gold hergestellt würde oder ganz furchtbare Versuche durchgeführt würden. Schwarzer Rauch und schlechte Gerüche wehten von der Insel und unterstützten dieses Bild.

Kunckel war “Geheimer Kammerdiener und Chymicum des Kurfürstlichen geheimen Laboratori” des „Großen Kurfürsten“. Kunckel wurde (entsprechend seiner eigenen Berichte) alle Abend bei dem Kurfürsten empfangen, der sich zwei bis drei Stunden mit ihm unterhielt, öfter zum höchsten Verdruß anderer, die auf eine Audienz warteten. Die Besprechungen führten schließlich dazu, daß der Kurfürst ihm eine Bestallung als Geheimen Kammerdiener mit 500 Thalern Besoldung ausfertigen ließ, gab sie ihm eigenhändig, zahlte ihm ferner 50 Thaler für Reisekosten und 100 Thaler für den Transport seiner Sachen aus.

Die Art, wie er sich seinem neuen Herrn gegenüberstellte, ließ wenigstens das Verlangen, Gold zu machen nicht an ihn herankommen. Es erscheint mir, daß dieses Gerücht absichtlich gestreut wurde. Kunckel scheint sich im Gegenteil nur mit wissenschaftlichen Experimenten beschäftigt zu haben, stand in Verbindung mit der Hofapotheke und machte für den Kurfürsten allerlei kuriose Dinge, wie Glasflüsse, Maschinen zu physikalischen Experimenten und interessante chemische Versuche. Kunckel machte dann Versuche, Kristallglas herzustellen und seine Leistungen waren so vortrefflich, daß der Kurfürst ihm ein Privilegium für den Verkauf des von ihm fabrizierten Kristallglases verlieh. Der Kurfürst schnekte Kunckel schließlich die gesamte Insel, so hoch war seine Wertschätzung für den Alchemisten Kunckel.

Der Nachfolger des „Großen Kurfürsten“ Kurfürst Friedrich III. stellte Kunckel dann vor Gericht und Kunckel wurde zu einer beachtlichen Geldstrafe verurteilt.

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